Sonntag, 3. Mai 2009 11:36
Großostheim. Die Gewerkschaft ver.di hat den Streik im Zentrallager von H&M als vollen Erfolg gewertet.
95 Prozent der Belegschaft hätten am gestrigen Brückentag die Arbeit niedergelegt, so ver.di Streikleiter Peter König. "Bis auf ein paar Abteilungsleiter ist jeder mit draußen geblieben. Man hat es auch am Gesicht des Geschäftsleiters gemerkt, dass er sehr überrascht war von dem Streik. H&M wird große Probleme kriegen, die Ware an die 200 H&M-Filialen raus zu bekommen, die am Samstag verkauft wurde."
"Gleichen Lohn für alle"
Die Gewerkschaft fordert unter anderem 6,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten im bayerischen Einzelhandel - mindestens aber einen zusätzlichen Aufschlag von 135 Euro mehr pro Person, so Peter König von ver.di. "Wir fordern außerdem, dass Ortsklassenabschläge endlich abgeschafft werden. Beschäftigte, wie die Kollegen bei H&M in Großostheim, verdienen 2 Prozent weniger als Normalbeschäftigte beispielsweise in Aschaffenburg. Die Mieten in Großostheim sind auch teuer, die Spritpreise sehr hoch - und die sollen endlich auch das Gleiche verdienen wie die Beschäftigten in Aschaffenburg.", so König.
Frühzeitig "in den Kampf"
"Es war auch dahin eine gewisse Besonderheit - üblicherweise finden erst zwei, drei Verhandlungsrunden statt und dann beginnen wir den Arbeitskampf. Wir haben aber aus der letzten Tarifrunde eine Lehre gezogen - die dauerte nämlich fast eineinhalb Monate. Und diese Hinhaltetaktik der Arbeitgeber wollten wir durchbrechen, indem wir gleich am ersten Tag nach Ablauf der Friedenspflicht gestreikt haben." so König weiter. Die erste Verhandlungsrunde war ergebnislos vertagt worden. Bis zur zweiten Runde am 26. Mai sind weitere Aktionen geplant. (swe)
Die komplette Nachricht mit allen Audio- und Videoinhalten sowie viele weitere aktuelle Beiträge finden Sie unter http://www.aschaffenburg24.de/default.aspx?ID=5590&showNews=433854