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Wirtschaft
Sonntag, 21. März 2010 16:51
ProWein setzt Trends für den Weinmarkt 2010
Düsseldorf (ddp-rps). Die deutsche Weinszene startet trotz der Krise im Jahr 2009 optimistisch ins Weinjahr 2010. Es gebe «eine große Euphorie» gerade in Bezug auf den Weinjahrgang 2009, sagte Philipp Wittmann, Juniorchef des Prädikatweinguts Wittmann im rheinhessischen Westhofen. 2009 sei die allgemeine Krise auch auf dem Weinmarkt angekommen, auf der am Sonntag in Düsseldorf eröffneten Weinmesse ProWein stünden die Zeichen aber auf eine positive Entwicklung 2010. «Wir hoffen sehr, dass sich die ökonomische Lage stabilisiert», sagte auch die Geschäftsführerin des Deutschen Weininstituts (DWI), Monika Reule. Die dreitägige ProWein gilt als eine der bedeutendsten Weinmessen der Welt. Auf dem Branchentreff werden im Frühjahr die neuen Weine und die neuen Trends des Jahres vorgestellt. In diesem Jahr zählt die ProWein mehr als 3300 Aussteller aus 50 Nationen, an den drei Tagen werden rund 35 000 Fachbesucher aus Handel und Gastronomie erwartet. Schwerpunkte der deutschen Aussteller sind in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen des Verbandes Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP), der Trend zu Bioweinen sowie die gewachsene Bedeutung der Rotweine. Deutsche Weine seien inzwischen international als besonders hochwertige Produkte bekannt, «mir ist um den deutschen Wein nicht bange», sagte Reule. Auch gebe es einen Trend zu regionalen Produkten, das werde auch dem deutschen Wein zugutekommen. Der Export deutscher Weine ins Ausland war zuletzt um sechs Prozent zurückgegangen, der Umsatz gar um 7,8 Prozent. Besonders Amerikaner und Briten griffen deutlich seltener zu deutschen Weinen, sagte Reule. Allerdings sei man im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich «noch mit einem blauen Auge davon gekommen». Die amerikanischen Einkäufer bevorzugten zurzeit eher Weine im unteren Bereich, bestätigt auch Moselwinzer Theo Haart den Trend zum Sparen in den USA. Hochwertiges werde nur gekauft, wenn es «angesagt» oder prämiert sei. «Es wird künftig eine klarere Trennung zwischen Industriewein und Terroir-Wein geben», prophezeit Reinhard Löwenstein, renommierter Winzer vom Moselweingut Heymann-Löwenstein. Ein «kulturbeseeltes High-End-Produkt» wie der Terroir-Wein entspreche dem allgemeinen Trend zur Individualisierung als Gegenbewegung zur Globalisierung, sagte Löwenstein. Auch die Discounter versuchten zunehmend, sich mit diesen Kulturweinen zu schmücken. 73 Prozent der Weine in Deutschland werden über den Einzelhandel verkauft, 47 Prozent allein in den reinen Discountern. Im Inland konnte sich der Weinabsatz halten, die Menschen ließen sich «vielleicht gerade wegen der Krise den Weingenuss nicht nehmen.» Dazu passe, dass es einen Trend gebe, den Wein eher zu Hause zu trinken. «Die Deutschen erkennen zunehmend, dass sie ein Weinland sind», sagte Reule. Wein werde zunehmend zum Alltagsgetränk, sagte auch Weinbaupräsident Norbert Weber. Es gebe eine Rückbesinnung auf klassische Rebsorten und einen Trend zu Rotwein-Cuvées. Das DWI stellt in diesem Jahr zudem mit der «Generation Riesling» junge, gut ausgebildete und experimentierfreudige Nachwuchswinzer in den Mittelpunkt. Der Zusammenschluss in der «Generation Riesling» sei fantastisch für den Austausch untereinander, sagte Kai Nippgen, Juniorchef vom Weingut Sonnenberg in Neuleiningen in der Pfalz. Wichtig sei heute, «sich Steckenpferde zu suchen», immer neue Veranstaltungen zu überlegen und «einzelne Stellschrauben zu ändern, damit man immer besser wird», sagte der 26-Jährige. Die ProWein endet am Dienstag. (ddp)
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